Dr. Beer Managemententwicklung & Seminare

Beratung, Coaching, Schulung für höchste Ansprüche

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Coaching als Methode

Coaching geht von der Grundannahme aus, dass die Idee und größtenteils auch die Fertigkeiten und Fähigkeiten, die zum Lösen von Problemen und zum Bestehen von Herausforderungen gebraucht werden, bereits in der zu coachenden Person selbst vorhanden sind. Der Coach hilft deshalb der zu coachenden Person, eigene Lösungsansätze zu finden. Coaching kann eine einmalige Aktion sein, aber auch ein Prozess, der über einen definierten Zeitraum oder unbefristet gestaltet wird. In kurzen Treffen werden Situationen oder Themen aufgegriffen, zu denen Reflexions- oder Trainingsbedarf besteht. Die Art der Bearbeitung richtet sich dann nach dem konkreten Bedarf. Es kann dabei um die Bewältigung von schwierigen oder unangenehmen Praxiserfahrungen oder um den Ausbau von Führungs-Know-how und Methodenkompetenz in Form eines Einzel- oder Kleingruppentrainings gehen. Auf jeden Fall erhält der Coachee individuelle Unterstützung für die Bewältigung schwieriger Situationen.

Wird Coaching als Instrument der Personalentwicklung eingesetzt, muss damit gerechnet werden, dass die zu coachenden Personen von dieser Idee nicht immer begeistert sind; einige mögen den Coaching-Prozess als Ausdruck einer Kritik an ihrem Verhalten verstehen. Dies kann in der Sache durchaus zutreffen, denn kein Vorgesetzter und kein Personalleiter wird einen Coaching-Prozess initiieren, wenn er damit keine Ziele verbindet. Diese Ziele müssen aber nicht darin bestehen, dass ein unbefriedigender Zustand durch einen befriedigenden ersetzt werden soll. Sie können auch darin bestehen, dass ein guter Zustand in einen noch besseren übergehen möge. Ein offenes Gespräch zwischen dem Initiator des Coaching-Prozesses und der zu coachenden Person sollte also immer am Beginn eines solchen Prozesses stehen.

Coaching kann sich nicht darauf beschränken, aufzuzeigen, welches Verhalten falsch oder unzweckmäßig ist. Der Coach muss auch zeigen, wie man es besser machen kann. Dies ist aber oft nur dann vermittelbar, wenn der Coach dem Coachee Zusammenhänge aufzeigt, die dieser bisher nicht gesehen hat, die er also nicht kennt. Wie ein Privatlehrer im besten Sinne des Wortes, wird der Coach seinem "Schüler" nun ganz bestimmte fachliche oder verhaltenspsychologische Zusammenhänge beibringen müssen, um ihn in die Lage zu versetzen, das Richtige zu tun, das "richtige" Verhalten zu zeigen. Der Coach ist also immer der Lehrer, der Coachee immer der Schüler. Akzeptiert der Coachee diese Rolle nicht, sollte das Projekt abgebrochen werden. Findet der Coach seine Rolle nicht, gilt dasselbe: Abbrechen.

Coaching ist kein Allheilmittel, sondern eine Methode. Einen erfahrenen Coach und eine vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen allen am Projekt beteiligten Personen vorausgesetzt, ist Coaching in kritischen Situationen und an wichtigen Karrierepunkten das Mittel der Wahl. Eine Alternative zur Einzelbetreuung ist das Coachen von Kleingruppen (bis 3 – 4 Personen), wobei allerdings bestimmte Voraussetzungen gegeben sein müssen.

Coaching-Prozesse sollten strukturiert sein. Das Festlegen von Meilensteinen und die Durchführung von Erfolgskontrollen ist in der Regel unerlässlich.

Bevor man jemanden "trainiert", oder ihm "Nachhilfe" gibt, muss man genau wissen, wo seine Defizite und wo seine Stärken liegen. Am Beginn jedes Coaching-Prozesses muss also die Analyse stehen. Coaching kann sich nicht primär auf Verhaltensänderung konzentrieren. Verhaltensänderungen können das Ergebnis, nicht aber der Ausgangspunkt eines Coaching-Prozesses sein. Wenn Verhalten einer Einsicht und einem bestimmten Verständnis einer Situation folgt, wenn Verhalten stark geprägt ist durch persönliche Erfahrungen, so muss vor der Verhaltensänderung immer eine Veränderung der persönlichen Sichtweise, des persönlichen Wissens und eine intensive persönlichen Reflexion dessen, was nützlich, was schädlich und was an Verhalten möglich ist, stehen. Dabei hilft der Coach dem Coachee.

Damit der Coach vernünftig arbeiten kann, muss er den Coachee in schwierigen Situationen des beruflichen Alltags erlebt haben. Die dabei gewonnenen Eindrücke bespricht der Coach mit dem Coachee und gemeinsam entwickeln sie einen Plan von dem, was sich ändern soll (am Verhalten des Coachee) und wie dies erreicht werden soll. Solche Visitationen sollte der Coach im Laufes des gesamten Projekts mehrere einplanen und durchführen. Der Coach sollte dem Coachee auch nach Abschluss des Projekts zumindest telefonisch zur Verfügung stehen.

Ein Coach muss über eine reife und stabile Persönlichkeit verfügen. Er braucht Lebenserfahrung, er braucht persönliche Autorität, er muss das, was er vermitteln will, in überzeugender Weise selbst verkörpern. Er überzeugt durch die eigene Erscheinung, durch das eigene Vorbild, durch sein Wissen, durch seine Glaubwürdigkeit.