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Die Kunst der Beredsamkeit

Rhetorik ist die Kunst der Beredsamkeit. Rhetorik ist schillernd. Rhetorik und Menschenkenntnis gehören ebenso zusammen wie Rhetorik und Dialektik, Rhetorik und Bildung. Rhetorik ist kein Handwerk, die Beschäftigung mit ihr ist vielmehr eine persönlichkeitsprägende Schule des Denkens, des Sprechens und des Schreibens. Nur wer klar denken kann, kann auch klar und überzeugend reden und schreiben. Nur wer gebildet ist und weiß, wovon er spricht, wird mit seinem Reden Erfolg haben. Nur wer die Sprache beherrscht, beherrscht auch die Menschen. Von Nietzsche soll die Feststellung stammen: "Den Stil verbessern – das heißt die Gedanken verbessern und nichts weiter." Die Beschäftigung mit der Rhetorik und die rhetorische Erziehung im weitesten Sinne überhaupt, richtet sich an den ganzen Menschen, an seine intellektuelle, an seine emotionale und an seine ethische Natur und geht auf die griechische Überzeugung zurück, dass Kunst und Tugend lehrbar seien und zusammengehören.

Rhetorik gibt aber auch Macht: Macht, andere Menschen zu beeinflussen, zu gewinnen, von etwas zu überzeugen, zu etwas zu veranlassen. Rhetorik wird von einigen vergöttert, von anderen gefürchtet, von dritten verunglimpft. Das war schon immer so. Na und? – Die Kunst der Beredsamkeit kann in der Tat auch trennen, aber sie trennt Könner von Nichtkönnern, Gebildete von Ungebildeten. Es gab Zeiten, da galt die Redekunst mehr als alle anderen Künste und Wissenschaften. Und es gab auch Zeiten, als die (sophistische) Redekunst von der Philosophie in die Schmuddelecke gestellt wurde. Aber das waren eben Zeiten, als es sowohl Redekunst wie Philosophie gab, und zwar als ein Phänomen mit großer Breitenwirkung, Zeiten, als Bildung überhaupt etwas galt. Allein daran ist zu erkennen, dass wir hier nicht von unseren Tagen reden.

Jede Rede, jedes Gespräch, aber auch jeder geschriebene Text ist Ausdruck der Gesamtpersönlichkeit eines Menschen. Wenn diese Tatsache jemandem nicht passt, so wird derjenige Gründe dafür haben, aber diese Gründe wird er uns nicht nennen wollen. Richtig ist auch: Wer wirkungsvoll und überzeugend reden kann, hat einen Schlüssel zur fruchtbaren menschlichen Beziehung ebenso, wie zum beruflichen Vorwärtskommen. Es gibt ja nur drei Methoden, bei anderen Menschen etwas zu erreichen: Man kann sie zwingen, man kann sie überreden und man kann sie überzeugen. Sehen wir mal von der erstgenannten Möglichkeit ab. Wie soll das denn gehen ohne die Kunst der Beredsamkeit?

Die Redekunst wirkt nicht nur durch das Gefüge ihrer Worte, sondern auch durch die Art und Weise, wie diese Worte vorgetragen werden. Entscheidend ist also nicht allein, was gesagt wird, vielmehr auch wie etwas gesagt wird. Es handelt sich tatsächlich um eine Kunst. Und was braucht man, um diese Kunst zu verstehen und zu beherrschen? — Man braucht ein solides theoretisches Wissen, gutes Übungsmaterial und eine gute Allgemeinbildung. Cicero sagt das in seinem Buch »De oratore«, in dem er das Bild einer universalen Redekunst zeichnet, die nicht nur die vollkommene Beherrschung rhetorischer Theorie und Praxis, sondern auch umfassende Kenntnisse auf juristischem, historischem und philosophischem Gebiet einschließt, so: "Wir brauchen einen Mann mit scharfem Geist und einer Klugheit, die sich auf Begabung und Erfahrung gründet, einen Mann, der ein Gespür für die Gedanken und Gefühle, Meinungen und Erwartungen seiner Mitbürger und der Menschen hat, die er durch seine Rede von etwas überzeugen will." (Cicero: De oratore) Und wir ergänzen: Es muss kein Mann, es darf auch gerne eine Frau sein.

Ich weiß wohl, dass es weniger Regeln für die "richtige" Rede gibt als Empfehlungen, bestimmte Dinge nicht zu tun. Ich weiß, dass wir durch das Studium guter Beispiele viel lernen können. Ich weiß aber auch, dass der Weg zum Ziel sehr lang sein kann. Lassen Sie sich nicht entmutigen! Das Geheimnis des Erfolgs liegt auch bei der Kunst der Beredsamkeit nicht nur im Verstehen der Zusammenhänge, sondern im Fleiß, denn "ununterbrochener Fleiß ist nötig, die vorzüglichsten Lehrer und eine ganze Reihe von Wissensfächern" - das wusste schon Marcus Fabius Quintilianus (ca. 30 – ca. 96 n. Chr.), der erste Rhetorikprofessor der westlichen Welt, der einen öffentlich bezahlten Lehrstuhl innehatte — im ersten Jahrhundert unserer Zeitrechnung unter den römischen Kaisern Vespasian und Domitian. Wir wollen uns auch Gottfried Wilhelm Leibniz erinnern, der schon 1697 eine »Ermahnung an die Teutschen, ihren Verstand und Sprache besser zu nutzen.« herausgegeben, und an Friedrich Andreas Hallbauer, der 1725 eine »Anweisung zur Verbesserung der Teutschen Oratorie« veröffentlicht hat. Rhetorik ist für die Persönlichkeitsentwicklung auch heute so wichtig, wie zu Zeiten von Isokrates, Demosthenes, Aristoteles, Cicero oder Quintilian, den ich jetzt zitiere: "Niemand aber verlange von mir die Art von Vorschriften, wie sie die meisten Verfasser rhetorischer Lehrbücher vermittelt haben, als sollte ich gleichsam für die, die sich der Redekunst widmen, eine Reihe von unveränderlichen zwangsläufig verbindlichen Gesetzen erlassen [...] denn die Rhetorik würde eine recht leichte, unbedeutende Angelegenheit, ließe sie sich so in einer einzigen, kurzen Anweisung zusammenfassen. Vielmehr ändert sich fast alles je nach dem Fall, den Zeitumständen, der Gelegenheit und dem Zwang der Verhältnisse." (Quintilian: Ausbildung des Redners)

Die Beherrschung der rhetorischen Grundregeln - ob in der freier Rede, im wissenschaftlichem Vortrag, bei einer Präsentation oder im Gespräch - ist auch in unseren Tagen eine unverzichtbare Voraussetzung für beruflichen und häufig auch für privaten Erfolg. Rhetorik kann man Gott sie Dank lernen, wenn man ein wenig Talent hat und wenn man die Sache ernst nimmt.

Unsere große Erfahrung und unser Wissen was die Rhetorik und ihre Vermittlung anbelangt, geben wir in Seminaren und Enzelschulungen weiter - auch an Sie. Informieren Sie sich, setzen Sie sich mit uns in Verbindung, um zu besprechen, welches Angebot für Sie am besten passt. Auch Einzelschulungen und Schulungen von kleinen Gruppen führen wir durch, ganz wie Sie wollen.